Kanada Tagebuch: 05.08.2010, Chilliwack, Cultus Lake Provincial Park

Unser rollendes Heim für drei Wochen

Nun haben wir also den ersten Tag in Kanada erlebt. Und der war lang. Sehr lang. Doch der Reihe nach.

Der Flug mit Air Berlin nach Vancouver verlief problemlos. Die Jungs haben sich gut beschäftigt und den Flug super überstanden. Am Ziel angekommen übertrumpfte die Aufregung dann die Müdigkeit und die beiden waren recht aufgedreht. Im Hotel allerdings gewann dann doch der fehlende Schlaf und an eine erste Erkundung der Stadt war nicht mehr zu denken. So blieb es bei einem kurzen Ausflug auf einen nahe gelegenen Spielplatz und einem Abendessen im Hotelrestaurant. Gegen 19:00 Uhr kanadischer Zeit lag auch der letzte von uns im Bett.

Dem Jet Lag ist geschuldet, dass die ersten allerdings gegen 2:00 Uhr morgens schon wieder wach waren. Eric hat dem Mika dann erst mal im Flüssterton erklärt, was die Zeitverschiebung denn so mit ihren Körpern macht. Na ja,irgendwie konnte man die beiden mit Kika Spielen auf dem Laptop noch bis 5:00 Uhr beschäftigen.

Der eigentliche Tag begann dann mit einem deftigen Frühstück bestehend aus Pancakes, Bacon, Ei und viel Kaffee. Und schon war die Zeit gekommen, um zu Fraserway zu fahren und unser rollendes Heim für die nächsten drei Wochen abzuholen.

Was für ein Geschoss! Meine Güte, ist das ein Wagen. Grössentechnisch braucht der Truckcamper sich wohl nicht hinter anderen Motorhomes verstecken. Uriger ist er allemal.

Der Service von Fraserway ist einfach super. Alles war vorbereitet, die Bedienung sowie die Einweisung waren auf deutsch – was will man mehr.

Dann ging es los. Wir hatten den Jungs bereits in Deutschland versprochen, hier auf jeden Fall in einen Wasserpark zum Baden zu gehen. Und noch war das Wetter sommerlich, so dass wir unser Versprechen bei stabiler Wetterlage einlösen wollten. Also war unser Ziel der Cultus Lake nebst gleichnamigen Wasserpark. Am Cultus Lake liegt zudem ein Provincial Park, wo wir die erste Nacht im Camper verbringen wollten.

Doch erst musste der Kühlschrank gefüllt werden. Am Eingang zum Provincial Park bekamen wir einen Tipp für einen Supermarkt in Chilliwack. Beim Einkaufen dort wäre Antje fast vom Glauben abgefallen – die Preise erschienen wie Wucher. Wahrscheinlich sind wir in einem Delikatessenladen gelandet. Na ja, egal, ein Grundstock an Lebensmitteln ist jedenfalls vorhanden und wir können nun endlich in den Wasserpark. Die Jungs nerven bereits seit Stunden.

Doch auch hier legen wir eine kleine Zwangspause ein, um den Feierabendtarif zu erwischen. Meine Güte, haben die Preise hier. Doch der Park hat sich gelohnt. Mika und Eric sind total begeistert und gar nicht aus dem Wasser zu bekommen. Besonders die eine Ringrutsche hat es den Jungs angetan und wir rutschen sie wieder und wieder und wieder. Mika zeigt mal einen seltenen Moment der Angst und will die Mattenrutsche dann doch nicht rutschen. Dabei lagen wir schon in Startposition. Hier ist dagegen Eric dann alleine gefahren.

Der Park machte dann irgendwann zu und der schwarze Peter lag nicht mehr bei uns, um Mika und Eric das Ende des Badespasses zu erklären. Es wartete die erste Nacht im Truck Camper.

An der Nordseeküste…

Wir waren am vergangenen Wochenende auf Kurzbesuch in Ostfriesland. Mit zwei anderen Familien haben wir uns auf einem Bauernhof bei Dornum eingemietet und ein wenig die salzhaltige Luft genossen.

Unser Basislager schlugen wir im Hillrichshof auf. Dieser Hof liegt recht schick zwischen Dornum und Dornumersiel an einer Stelle, wo wohl schon seit 700 Jahren Landwirtschaft betrieben wird. Die jetzigen Gebäude sind auch bereits vor über 200 Jahren errichtet worden.

Das Wetter war uns wohlgesonnen, denn nachdem wir durch das eine oder andere Regengebiet auf der Herfahrt fahren mussten, riss bei unserer Ankunft die Wolkendecke auf und die Sonne schien uns entgegen. So muss das sein! Auch die weiteren Tage sollte es so bleiben. Es war zwar kühl, aber trocken. Abends kamen wir dann in den Genuss eines Kaminofens im Aufenthaltsraum der Scheune. Sehr gemütlich!

Die Zeit vertrieben wir uns ein wenig mit dem Geocaching, wobei uns der Cache in Dornum am Schloss am besten gefallen hat. Das ist doch mal eine Realschule mit Geschichte! Direkt im Anschluss lohnt sich noch ein Spaziergang im historischen Ortskern von Dornum.

Gepaddelt sind wir natürlich auch. Nachdem der Mika ziemlich enttäuscht war, nachdem wir keine eigenen Boote mitgenommen haben, wurde seine Welt wieder gerade gerückt, als wir uns zwei Canadier ausliehen und damit ein wenig auf der Tief herumschipperten.

Natürlich haben wir uns jeden Tag lecker Fischbrötchen am Hafen schmecken lassen und sonst viel Nordseeatmosphäre genossen.

Vielen Dank an alle Beteiligten! Es hat Spass gemacht und kann gerne wiederholt werden.

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