Sommerurlaub 2009

Nun ist der Urlaub 2009 fast schon zu Ende – jetzt am Wochenende gibt es hier in Berlin noch eine Familienfeier und am Sonntag geht es dann nach Hause. In diesem Jahr verschlug es uns nach Schweden – genauer gesagt in den südlichen Teil von Schweden. Nachdem wir am Anfang der Reise noch von unterwegs berichtet haben – dem kostenlosen drahtlosen Internet auf den grösseren Campingplätzen sei Dank – waren wir weiter im Landesinneren nicht mehr online. Daher wollen wir jetzt etwas ausführlicher berichten.

Antje hatte in diesem Jahr die Idee, nach Schweden zu fahren und hat mit diesem Vorschlag voll ins Schwarze getroffen. Nur die Wetterplanung müsste Antje noch üben – doch dazu später mehr. Die Eckdaten der Planung beschränkten sich auf die Buchung der Fähre von Kiel nach Göteborg und der Fähre von Trelleborg nach Saßnitz. Zwischen Göteborg und Trelleborg wollten wir uns treiben lassen und uns kurzfristig entscheiden.

Vorher jedoch wollten wir uns noch zwei Tage in Kiel herumtreiben. Ein Campingplatz am Strand wurde im INternet gefunden und schliesslich das Zelt in der realen Welt aufgebaut. Der Campingurlaub konnte also losgehen.

Von Laboe aus kann man bequem mit dem Schiff direkt bis nach Kiel fahren und diese Gelegenheit, schon mal ein bisschen Seeluft zu schnuppern, haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. In Kiel konnten wir uns schon mal das Schwesterschiff unserer Fähre anschauen, die uns? nach Göteborg bringen sollte.

Es blieb auch noch Zeit, den einen oder anderen Geocache zu suchen. So kann man bei einer Wanderung an der Steilküste noch eine alte Flakstellung entdecken. Apropos Steilküste – als rügenverwöhnter Steilküstenkenner musste ich über die sechs Meter Steeilküste am Zeltplatz doch ein wenig müde lächeln.

Dann kam der Mittwoch und die Fähre und Schweden warteten auf uns. Trotz der vorher etwas verregneten Bedingungen konnten wir bei Abfahrt des Schiffes auf dem Sonnendeck platznehmen und bei schönstem Wetter Kiel am Horizont verschwinden sehen. Wie man auf den folgenden Bildern erkennen kann, freut sich Eric schon auf die kommenden Tage und Mika schaut mal, wo es hingeht.

An Bord nutzten wir mal das Animationsprogramm für die Kinder, wo unsere Jungs quasi einen persönlichen deutschen Betreuer hatten – die beiden waren die einzigen deutschen Kinder unter der anwesenden Rasselbande. Das Schiff wird wohl von einem schwedischen Eigentümer betrieben und so war es nicht verwunderlich, dass die Zwerge zum Abendessen standesgemäss Köttbular bekamen. Dann ging es irgendwann in die Koje und wir schipperten träumend Schweden entgegen.

Der Empfang in Göteborg fiel wettertechnisch sozusagen ins Wasser, da es in Strömen regnete. Zudem war der Zeltplatz noch nicht in der Lage, uns einen Platz zuzuweisen, da wir noch vor der Check-Out Zeit vor Ort waren. Also? musste ein Alternativprogramm her. Diese fanden wir in Form des Universeums – einer Art naturwissenschaftlichem Mitmachmuseum mit angeschlossenem Kleintierzoo. Leider kam halb Göteborg auf die gleiche Idee und entsprechend voll war es. Ansonsten lohnt sich ein Besuch gerade mit Kindern auf jeden Fall.

Und Eric durfte sich an einem Musikinstrument versuchen, welches wir ihm zu Hause nicht zugestehen mögen.

Einen Vorteil hatte der Ausflug auf jeden Fall noch – als wir das Gebäude verliessen, hatte es aufgehört zu regnen und wir konnten auf dem Campingplatz das Zelt in Ruhe aufbauen.

Am nächsten Tag war das Wetter deutlich besser und es zog uns in den Vergnügungspark Liseberg mitten in Göteborg. Wir hatten ja vorher in den Reiseführern bereits gelesen, dass es in der schwedischen Hauptsaison in Attraktionen wie dieser ein wenig voller werden kann. Und es war voll. Sehr voll! Zudem ist just an diesem Tag das Bezahlsystem im Park ausgefallen, so dass überall nur Cash genommen wurde. So wurde auch die Versorgung mit ein paar Hamburgern zu einem? stundenfüllendem Programm. Wartezeiten an den Fahrgeschäften von bis zu einer Stunde waren keine Seltenheit. Aber die Schweden lassen die Warterei mit einer stoischen Ruhe über sich ergehen, die den Deutschen sicherlich völlig fremd wäre.

Der nächste Tag sollte auch noch ein wenig maritimes Flair für uns bereithalten. Wir besichtigten das Maritiman – ein Museum von bis zu 20 verschiedenen Schiffen, die erkundet werden können. Vom kleinen Kutter bis zum grossen Zerstörer ist alles dabei. Ein Besuch lohnt sich.

Dann wurde es auch Zeit, die Gegend um Göteborg zu verlassen und es zog uns in Richtung Norden. Aufgrund der Wettervorhersage wählten wir Strömstad als nächstes Ziel, da für das Inland Regen vorhergesagt war. Der Campingplatz in Strömstad lag recht lauschig an einem See.

Ansonsten war der Platz riesengross und entsprechend der Hauptsaison entsprechend voll. Dafür wartete er mit einem Pool auf, die Sonne schien und so landeten wir folgerichtig relativ schnell an selbigem.

Von Stömstad aus ist Norwegen nicht mehr sehr weit und wir beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und in Norwegen ein oder zwei Geocaches zu suchen. Unter den fast 7000 Geocaches, die wir auf dem Laptop gespeichert hatten, stach mir ein Cache besonders ins Auge. In Frederickstad lag ein Geocache am Geburtshaus von Roald Amundsen – dem ersten Menschen am Südpol. Als bekennender Fan vergangener Abenteuer und Expeditionen zog es mich natürlich zu diesem Ort. Leider hatte das Museum ausgerechnet an diesem Tag geschlossen. Den Cache habe ich dann zusammen mit Eric „Indiana Jones“ gesucht.

Dann ging es aber endlich in Inland. Dalsland heisst die Region oberhalb der beiden grossen Seen und ist das Schweden, wie man es sich als Tourist gemeinhin vorstellt. Wir fanden einen Campingplatz an einem der zahllosen Seen gelegen, der schon im Reiseführer gelobt wurde. Und wir wurden nicht enttäuscht. Der Platz ist zwar fest in deutscher Hand, aber das hat durchaus auch Vorteile in Form eines Brötchenservice eines deutschen Bäckers dirket auf den Zeltplatz. Das Wetter war recht durchwachsen, so dass sich Regenschauer immer wieder mit Sonnenschein abwechselten. Entsprechend sah der Platz auch aus. Trotzdem hat uns dieser Platz von allen am meisten gefallen. Da konnte auch der Stromausfall am vorletzten Tag nichts ändern, in dessen Folge die komplette Wasserversorgung auf dem Platz beeinträchtigt war.

Hier sollte uns auch das Glück hold sein. Nach einem Tipp der Frau von der Rezeption begaben wir uns in der Dämmerung auf Elchsafari. Und Adlerauge Antje erspähte die scheuen Tiere auch tatsächlich. Andere Camper erzählten, sie kämen seit 20 Jahren nach Schweden, hätten aber noch keine Elche zu Gesicht bekommen. Und uns laufen die Elche direkt am ersten Abend vor das Objektiv.

Wir haben uns auch auf speziellen Wunsch zweier jüngeren Herren in der Kunst des Angelns versucht. Zugegeben, wir waren mit dem absoluten Low-Budget Equipment unterwegs, aber das Marketing liess uns glauben, dass die Fische nur darauf warten würden, uns an den Köder zu gehen. Also eentweder sind wir die einzigen Deppen, die in Schweden ausser einem ca. 10 cm langen Fisch nichts gefangen haben oder die ganze Sache ist eine einzige grosse Marketingaktion, um den unwissenden Touristen Angelscheine und Köder zu verkaufen. Na ja, nächstes Mal bereiten wir uns vor und hoffen, dass die Köttbulargerichte ab und an mal von einem leckeren Fischgericht unterbrochen wird. Hinzu kam noch, dass man aufpassen musste, dass die Zwerge den Köder für die Fische sich nicht selbst einverleibten.

Wie gesagt, auch hier gab es den einen oder anderen Regenschauer, aber wir hatten immer Glück und sind selbst nicht nass geworden. Das Zelt konnte hier schon mal seine Regenfdestigkeit unter Beweis stellen.

Wie gut, dass unser Zelt entsprechend dimensioniert ist und man bei allgemeiner Nässe draussen auch schon mal im Vorzelt speisen kann.

Zwischendurch blieb immer mal wieder Zeit, um den einen oder anderen Geocache zu heben, die Schweden fast immer an interessanten und schönen Plätzen zu finden sind.

Beim nächsten Mal werden wir hoffentlich mal ein wenig mehr Zeit in dieser Gegend verbringen – wenn besseres Wetter ist. Hier kann ich mir schon vorstellen, die Tage mit allerhand Outdoor-Aktivitäten zu füllen.

Leider geht auch in Schweden jeder Urlaub in der Wildnis zu Ende und so ging die Reise wieder zurück in die Zivilisation. In die geballte Zivilisation. Die Jungs freeuten sich schon auf Pippi Langstrumpf in der Astrid-Lindgren-Welt. Als wir am Zeltplatz ankamen wünschten wir uns augenblich wieder zurück in die Wildnis. Rappelvoll, megalaut und total versifft. Wir waren bedient. Na ja, soll ja nur für zwei Nächte sein. Schliesslich fanden wir auch des Rätsels Lösung – ein lokales Fussballturnier. Als wir Sonntag von Pippi Langstrumpf auf den Campingplatz zurückkehrten, war der Platz fast leer. Unglaublich, lediglich ein paar versprengte Zelte standen auf der Wiese. Und prompt waren auch die Waschgelegenheiten wieder sauber.

Die Astrid-Lidgren-Welt ist zwar ziemlich teuer im Eintritt, aber für die Kinder ist die Anlage der Hit. Auch wenn unsere Jungs von den Figuren lediglich Pippi Langstrumpf kennen, hatten sie ihren Spass.

Reisen in Schweden geht ziemlich entspannt vonstatten, schon allein wegen der Geschwindigkeitsbeschränkungen. Daher sollte man auch entsprechend Zeit für die Entfernungen einkalkulieren. In diesem Sinne haben wir uns für die letzten beiden Nächte einen Campingplatz in der Nähe von Trelleborg gesucht. Für den folgenden Tag hatten wir uns die Besichtigung eines Wikingerdorfes vorgenommen. Doch es sollte anders kommen.

Schon am Nachmittag fing es an zu regnen. Und es wurde schlimmer. Bei unser abendlichen Pizza goss es schon ordentlich. Und das für Stunden. Wie jeden Abend sass ich noch mit meinem Buch im Scheine einer Gaslampe im Vorzelt. Der Weg vor unserem Zelt war schon vorher eine einzige Pfütze und von Zeit zu Zeit ging mein prüfender Blick zum Zeltrand, um zu prüfen, ob ein Dammbruch zu erwarten sei.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo sich der Zeltboden recht komisch anfühlte. Fast so wie ein Wasserbett. Oh, Schei…. Unser Zelt stand komplett bis zu 5 Zentimetern im Wasser. Die Kinder ratzten im Schlafsack und noch war im Zelt alles trocken. Warum also Panik schieben? Der Regen liess auch bald nach, wir hatten immer noch keinen Wassereinbruch im Innenzelt und wir beschlossen, die Nacht im Zelt-Wasserbett zu verbringen. Am nächsten Morgen war das Wasser versickert, das Zelt immer noch trocken und wir mehr denn je von unserer faltbaren Unterkunft überzeugt.

Allerdings entschlossen wir uns, die Fähre umzubuchen und schon einen Tag vorher zurück nach Deutschland zu fahren. Und so ging es bereits am Dienstag mit der Fähre von Trelleborg nach Saßnitz.

Auch wenn das Wetter nicht immer so dolle war, sind wir uns alle einig, dass wir? auf jeden Fall noch einmal nach Skandinavien in den Urlaub fahren würden. Auf jeden Fall!

Ein Gedanke zu „Sommerurlaub 2009

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